Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt a. M. – Fechenheim

Website der Evangelischen Kirchengemeinde im Frankfurter Stadtteil Fechenheim

Springe zu: [Seitenanfang] [Suche] [Navigation] [Hauptinhalt] [Seitenspalte] [Seitenende]


Navigationshilfen

Suche

Springe zu: [Seitenanfang] [Suche] [Navigation] [Hauptinhalt] [Seitenspalte] [Seitenende]


Der Stadtteil Fechenheim

Referat: Zunehmende Erosion

Bitte beachten: Das folgende Referat wurde 1998 in Bezug auf Fechenheim-Nord verfasst. Einige der genannten Probleme bestehen weiterhin, aber nicht alles hat noch immer Gültigkeit und nicht alles lässt sich auf den ganzen Stadtteil ausweiten.

Teil des Fechenheimer Rathauses im September 2007

Teil des Fechenheimer Rathauses im September 2007

Referat zur Situation in Fechenheim-Nord anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Spiel- und Lernstube der Caritas am 7. Oktober 1998

Historisch ist Fechenheim-Nord entstanden mit dem und durch den Aufschwung der Firma Cassella AG. Diese hat hier in einem sehr nennenswerten Umfang Wohnungen für ihre vor zehn Jahren noch rund 2.500 Mitarbeitenden gebaut. Die Straßennamen (Birsteiner, Meerholzer etc.) erinnern an die Herkunftsorte der Mitarbeitenden und sollten ihnen Heimatgefühl geben. Auch die Hierarchien der Firma wurden auf den Stadtteil übertragen. Das lässt sich einerseits festmachen am Gebäudebestand, der für die gehobeneren und höheren Angestellten großzügiger ausgefallen ist als für die niedrigeren Lohngruppen. Andererseits wurde auch Konfliktbewältigung so betrieben, wie das in der Firma üblich war: Zwei Frauen, die eine Auseinandersetzung haben, rufen ihre Männer im Werk an, die regeln das untereinander und geben das Ergebnis den Frauen bekannt, die diese Lösung dann zu akzeptieren haben.

Standesdenken ist noch immer in den sogenannten „Doktorhäusern“ zu spüren, den größeren Backsteinhäusern der Cassella im Stadtteil, die zu Eigentumswohnungen umgewandelt sind. Zwar hat inzwischen eine gewisse Fluktuation eingesetzt, und statt der älteren Cassellaner ziehen jüngere Familien in die Häuser, dennoch sind viele der Alten noch da, und die Nachbarschaft mit den Neubürgern ist nicht immer harmonisch. Nicht alle Beschäftigten finden es andererseits heute noch immer so attraktiv wie früher, die Kollegen nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in der Freizeit zu sehen. So gibt es einerseits unterschiedliche Cassella-Klüngel, andererseits auch Fluchten aus dem Stadtteil heraus.

Bildergalerie

So differenziert sich die Firmenhierarchie in den Stadtteil hinein fortsetzt, so steht bzw. stand bis vor nicht allzu langer Zeit doch die Belegschaft als ganze in einer gewissen Spannung zur übrigen Bevölkerung, die „nicht dazugehört“ zur Cassella-Gemeinschaft. Die ehemaligen Übergangswohnungen zwischen Wächtersbacher und Birsteiner Straße etwa sowie die beiden Blocks am Anfang der Wächtersbacher Straße waren und sind nicht gut integriert in den übrigen Stadtteil. Wenn Kinder aus den ungeraden hohen Nummern der Birsteiner Straße zum Beispiel auf den Spielplätzen auf der anderen Seite spielen, dann wird das nicht gern gesehen.

Ist der Stadtteil durch die Cassella gewachsen, so steht er jetzt nicht zuletzt aufgrund der Umstrukturierung des Hoechst-Konzerns vor einem Umbruch. Nur noch rund 1.000 Mitarbeitende zählt das Werk, das im übrigen aufgesplittet ist in viele kleine Business-Units. Die einstige, fest verschweißte Cassella-Familie beginnt zu zerbröseln, und nicht wenige der ehemaligen Beschäftigten fragen sich heute resigniert, wozu sie nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch viel persönliches Engagement und Ehrgeiz in die Firma investiert haben, und wozu es gut gewesen ist, sich in einem so hohen Maß mit der Firma zu identifizieren. Dieser Prozess der Zersplitterung wird noch verstärkt durch den Wegfall weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten im Stadtteil: Naxos, Diskus, Messer-Griesheim etwa sind schon seit Jahren nicht mehr präsent. Man muss daher durchaus von einer Industriebrache reden, die nicht ohne Auswirkung auf das soziale Klima im Stadtteil bleiben kann. Die vielen, inzwischen von Hoechst verwalteten Firmenwohnungen sollen verkauft werden. Einige stehen leer. Jugendliche finden kaum noch Lehrstellen im hiesigen Industriepark, Arbeitslosigkeit ist zum Problem geworden, nachts sieht man Menschen in Müllcontainern nach Verwertbarem suchen. An einigen Stellen ist Vandalismus zu bemerken, z. B. im Bereich der Telefonhäuschen. Und es ziehen schließlich jetzt auch mehr Menschen in die freiwerdenden Wohnungen, die nichts mehr mit der Firma zu tun haben, so dass die vertrauten Gesichter seltener werden. Dies führt zu Verunsicherung und Auflösungserscheinungen im Stadtteil. Die alten Strukturen sind ohne eigenes Zutun, ja, trotz aller Mühen, am Zerbrechen, neue sind nicht in Sicht, und das bringt ein Maß an Hilflosigkeit und Frustration, welches sich zum Beispiel in einer zunehmend unverhohlenen Abgrenzung gegen Fremde auswirkt oder auch in Intoleranz gegenüber Kindern. Die Nerven liegen oft blank.

In den letzten Jahren ist die Prägung des Stadtteils durch die Cassella auch dadurch geringer geworden, dass auf Freiflächen bzw. mit alten Cassella-Häuschen dünn besiedelten Flächen zwischen den einzelnen Siedlungen neue Wohngebiete entstanden sind, so etwa Eigentumswohnungen in der Fuldaer Straße, Eigentums-Reihenhäuser im Bereich der Salmünsterer Straße und am Elmer Weg sowie – diesen vorgelagert an der Wächtersbacher Straße – weitere Sozialwohnungen. Die neuen Wohngebiete wirken als kleine Stadtteile im Stadtteil wie Inseln oder Riegel.

So ergibt sich insgesamt das Bild eines Flickenteppiches, wenn man den Stadtteil betrachtet. Gewachsene Strukturen fallen zunehmend auseinander, und die jeweiligen Siedlungsbereiche betreiben mehr oder weniger deutlich eine Abgrenzung voneinander. Noch nicht lange ist zum Beispiel von den Eigentümern der Reihenhäuser ein Zaun gebaut worden, damit die Kinder aus den Sozialwohnungen an der Wächtersbacher Straße nicht mehr ohne weiteres zwischen den Reihenhäusern spielen.

Die Siedlungsstruktur macht sich auch im Gemeindeleben bemerkbar, weil es „die Gemeinde“ als Gemeinschaft aller hier gar nicht gibt, auch kaum ein gemeinsames Bewusstsein oder – abgesehen allenfalls von der Cassella-Mitarbeiterschaft – einen Lokalpatriotismus wie etwa im Riederwald oder in Bornheim.

Der innerlich fehlenden Mitte entspricht auch die Tatsache, dass es hier kein richtiges Zentrum gibt. Ein Lebensmittelgeschäft, eine Apotheke, eine Bank und eine Arztpraxis in der Wächtersbacher Straße sind vielleicht ein funktionales Zentrum, aber sie bieten keinen zentralen Treffpunkt für die Menschen hier. Ein großer Fortschritt war es darum, als die beiden Zentren der katholischen und evangelischen Gemeinde gebaut wurden. Heimat bieten die Häuser jedoch nur denen, die auch sonst Kontakt miteinander haben. Sichtbare und unsichtbare Grenzen werden auch in den Gemeinden ungern überschritten.

Einige Familien mit kleineren Kindern haben den Stadtteil in letzter Zeit verlassen. Der Anteil Jugendlicher bis 18 beträgt in unserer Gemeinde 15%, 70 Jahre und älter sind 25%. Drei Seniorenwohnanlagen – die beiden größten davon in Randlage und mit eher dürftiger Anbindung an die städtischen Strukturen – tragen weiter dazu bei, dass es keine gesunde Durchmischung im Stadtteil gibt und jeder eher für sich bleibt.

Für die Zukunft befürchten einige, dass der Stadtteil langsam verslumt. Der schlechte Ruf, den Fechenheim nach außen noch immer besitzt, leistet dieser Entwicklung zusätzlich Vorschub, weil er abschreckend wirkt für Menschen, die eine Wohnung suchen. Fechenheim-Nord liegt eingeklemmt zwischen Hanauer Landstraße und Bahnlinie im Süden, der Autobahn im Norden, der Borsigallee im Westen und einer weiteren Durchgangsstraße im Osten. Die angesiedelten Speditionen und der bei Ostwind erhebliche Verkehr startender Flugzeuge kommen der Wohnqualität nicht zugute. Zu der ohnehin starken Zergliederung des Stadtteils durch eine vielschichtige Wohnbevölkerung kommt eine doppelte Längsteilung einmal durch die Bahnlinie und zum andern durch die Wächtersbacher Straße bzw. die daran angesiedelten Firmen. Eine kleine Siedlung mit ausgebauten Eisenbahnwaggons (!) liegt z. B. völlig abgeschnitten im Industriegebiet.

Die Bevölkerung hier fühlt sich in vielen Punkten zurückgesetzt gegenüber anderen Stadtteilen. Die Verkehrsanbindung zur Stadt ist schlecht, da der Bahnübergang über die Cassellastraße häufig geschlossen ist und der Weg durch den Riederwald aufgrund des Rückstaus an der Borsigallee und dann durch den Riederwald hindurch lang werden kann. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwar verbessert worden, aber die U-Bahn lässt den Stadtteil auf dem Weg in die Stadt links liegen, und der Bus fährt nur bis gegen 20 Uhr. Wer abends aus der Stadt zurückkommt, ist auf die Linie 11 der Straßenbahn angewiesen oder auf die U7. Beides bedeutet u. U. lange Fußwege z. T. durch einsames Gebiet.

In dieser Struktur, in der Vertrautes schwindet und Fremdes wächst, sind integrierende Maßnahmen schwerer denn je. Den wichtigsten Beitrag leisten mit Sicherheit die Einrichtungen für Kinder, wobei freilich zu bedenken ist, dass annähernd 60% unserer Gemeindeglieder nicht verheiratet bzw. geschieden oder verwitwet sind. Wichtige Kindereinrichtungen sind die Konrad-Haenisch-Schule, das Jugendhaus, die städtische Kindertagesstätte mit Hort, die Spiel stube der Caritas und die Kindertagesstätte unserer Gemeinde. Für die Spiel- und Lernstube ist nach meiner Überzeugung bei aller räumlichen Beengtheit der Ort mitten in einer Problemzone des Stadtteils der größte Trumpf. Die Einrichtung gehört einfach zur natürlichen Lebensumgebung der Menschen hinzu und ist in dieser Hinsicht voll integriert. Über die Kinder kommen viele Kontakte und auch längerfristige Beziehungen zustande, und nach dreißig Jahren sind die Kinder der Einrichtung selbst zu Erwachsenen geworden und sehen „ihre“ Spielstube mit neuen Augen, aber doch immer noch als etwas Vertrautes.

Die beiden Kindertagesstätten liegen an entgegengesetzten Enden innerhalb des unmittelbaren Wohngebietes. Interkulturelles Lernen und Zusammenwachsen im Stadtteil haben in der Konzeption einen hohen Stellenwert. Dennoch kommt zumindest in unserer Einrichtung von Eltern immer wieder einmal die Frage, ob sich nicht der Anteil an ausländischen Kindern – zur Zeit gut 1/3 – nachteilig für das Gesamtniveau auswirkt. Die Notwendigkeit der Integration wird mitunter verstanden als Behinderung der „normalen“ deutschen Kinder und Absenkung des Niveaus. Einzelne Eltern fordern neben dem sozialen Lernen eine stärkere Berücksichtigung klassischer Bildungsgüter und die Förderung der Elite.

Ebenso wirkt natürlich auch die Schule über das engere Wohngebiet hinaus integrierend, wobei auch hier zu sehen ist, dass es innerhalb der aufstrebenden bürgerlichen Bevölkerung Vorbehalte gibt aufgrund der Befürchtung, Schüler und Schülerinnen mit schlechterem Status und geringerer Anpassung an hiesige Standards könnten die Chancen der eigenen Kinder schmälern. Und aufgrund des Rufes dieses Stadtteils haben es die Schulabgänger wohl noch immer etwas schwerer als andere, wenn sie Ausbildungs- und Arbeitsplätze suchen.

Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gibt es in den Vereinen durchaus, jedoch werden viele Angebote in Enkheim, Alt-Fechenheim oder auch im Riederwald wahrgenommen. Verpflichtende Veranstaltungen wie Training kommen der spontanen Suche der modernen Kinder und Jugendlichen nicht entgegen. Jugendliche tendieren dazu, ihren Mittelpunkt dahin zu verlegen, wo mehr städtisches Leben und Ambiente ist. Der Heinrich-Kraft-Park ist für kleinere Kinder allein schwer zu erreichen; der Aufenthalt dort wird ohne Begleitung als zu gefährlich eingeschätzt.

Auch die Kirchengemeinden versuchen zu integrieren und die im Stadtteil fehlende Mitte zu ersetzen. Die evangelische Kindertagesstätte leistet – wie gesagt – gewiss einen Beitrag, und das Gemeindehaus öffnet sich immer wieder auch für den Stadtteil durch öffentliche Veranstaltungen und als Ort für private Feste. Insgesamt ist der Erfolg jedoch nach meiner eigenen Einschätzung eher mäßig. Das liegt zum einen sicher daran, dass wir der zunehmenden Erosion nicht auf der gleichen Ebene begegnen können. Fakt ist: Kirche und Glaube sind nicht mehr das Verbindungsglied zwischen unterschiedlichen Menschengruppen. Selbst bei unseren Gemeindegliedern tun wir uns schwer, Verständnis und Toleranz und Gemeinsinn zu wecken. Zum anderen haben die beiden Gemeindezentren in der Fuldaer Straße und besonders in der Cassellastraße nur ein begrenztes unmittelbares Einzugsgebiet. Die Glaubenskirchengemeinde liegt zwischen dem Gebiet der naturwissenschaftlich geprägten bürgerlichen Skeptiker bzw. Bürgerlichen ohne Cassella-Beziehungen, sozialem Wohnungsbau und Cassella-Mietwohnungen – Gruppen, die sich im täglichen Leben in der Tendenz meiden, und die auch im Gemeindehaus nicht richtig zueinander finden. St. Hildegard ist praktisch mit keiner der Kleinsiedlungen organisch verbunden. Dazu kommt als demografisches Moment, dass zumindest die evangelische Seite immer mehr zur Diaspora ausdünnt. Bei Neuzuzügen rechnen wir nur noch mit 10 bis 20% Evangelischen. Durch unterschiedlichen Schulbesuch gehen die Verbindungen der Kinder und Jugendlichen auseinander. Es gilt als Erfolg, wenn man eine Schule außerhalb des Stadtteils besuchen kann.

Es finden sich mit den verschiedenen sozialen Schichten im Stadtteil ebenso verschiedene Frömmigkeitsstrukturen und religiöse Erwartungen. Bei älteren Mitgliedern ist der Kirchenkampf während des Nationalsozialismus noch präsent und damit eine starke Orientierung an der Bekennenden Kirche bzw. ein gewisser Pietismus. Die Naturwissenschaftler tendieren begreiflicherweise zu einer freundlichen Distanz, wenn es um Glaubensfragen geht. Junge Ehepaare und Familien mit einem gewissen Bildungsniveau verlangen vor allem eine ausgefeilte Kasualpraxis und zeigen damit noch am ehesten, dass sie ungestillte religiöse Bedürfnisse haben. Tauffamilien ohne diese Bildung leben in einer weniger reflektierten Tradition. Schwierig ist natürlich auch der Umgang der in der Tradition verhafteter Alten mit den nur neue Formen akzeptierenden Jungen und umgekehrt. Unterschiedliche Frömmigkeitsstile sind Hemmnisse für die Entwicklung eines Gemeinde-Bewusstseins.

Völlig verschiedene Bildungs-, Arbeits- und soziale Hintergründe sowie die unterschiedliche Frömmigkeit machen es für die Kirchen schwer, die Grenzen der Wohngebiete und Altersunterschiede zu durchbrechen. Der Gottesdienst ist – zumindest bei den Evangelischen – durchaus kein gemeinsamer Hut, unter dem alle Platz finden, und der Versuch, z. B. für den gesamten Stadtteil einen Kaffeebetrieb an einzelnen Wochentagen einzurichten, ist gescheitert. Eine stark zielgruppenorientierte und projektbezogene Arbeit ist immer wieder möglich, jedoch fehlt es chronisch an ehrenamtlich Mitarbeitenden, die Bedürfnisse und Notwendigkeiten im Stadtteil aufgreifen und in ein Angebot ummünzen.

Einige Probleme will ich noch einmal abschließend herausgreifen.

  1. Im Lauf der Jahre fällt auf, dass einzelne Familien immer wieder in den Pfarrämtern um Hilfen vorstellig werden. Not und die Unfähigkeit, mit dem Leben und seinen Anforderungen klarzukommen, werden offenbar auf die Kinder vererbt!
  2. In der Wohnanlage Am Roten Graben ist das Betreuungs- und Leistungsangebot in der letzten Zeit aufgrund der Mittelknappheit stark zurückgefahren worden. In der Folge finden auch die gemeinsamen Aktivitäten weniger Zuspruch. Wo die Zufriedenheit mit der eigenen Situation zu wünschen übrig lässt, da findet auch ein Rückzug aus dem sozialen Miteinander statt, wie es scheint.
  3. Fremdenfeindliche Äußerungen und ein – durchaus nachvollziehbares – allgemeines Befremden über zunehmende Fremdheit in der eigenen Umgebung werden nicht mehr hinter vorgehaltener Hand, sondern offen als Ausdruck allgemeiner Unzufriedenheit vorgebracht.
  4. Bedenklich stimmt mich in diesem Zusammenhang, wie oft ich in den letzten Wochen erfahren habe, dass die natürlichen Lebensäußerungen von Kindern als störend empfunden werden. Kinder werden von Spielplätzen und aus Straßen verjagt, in der Salmünsterer Straße ist ein Basketballkorb von einem Anwohner demoliert worden.

Ich werte dies alles als ernste Symptome für eine zunehmende Erosion des Stadtteils. Die Menschen leben noch in ihren alten Vorstellungen, denen jedoch langsam der Boden entschwindet. Versucht man bei Bodenerosion, Pflanzen in den Boden zu bringen, welche die Erde festhalten, so wäre es auch hier im Stadtteil nötig, die unterschiedlichen Gruppen und Gebiete so zu vernetzen, dass die Menschen nicht nur die eigenen Interessen verfolgen, sondern sich auch für den Stadtteil insgesamt interessieren und ein Maß an Verantwortung übernehmen. Die Kirchengemeinden bieten zwar Heimat, halten aber eher die fest, die bereits verwurzelt sind. Eine nachhaltige Verflechtung ist in meinen Augen nur möglich, wenn die Grunddaten wieder stimmen, wenn materielle und soziale Sicherheit wieder zurückgekehrt sind.

Wilfried Steller (Oktober 1998)

Weitere Informationen

Springe zu: [Seitenanfang] [Suche] [Navigation] [Hauptinhalt] [Seitenspalte] [Seitenende]


Springe zu: [Seitenanfang] [Suche] [Navigation] [Hauptinhalt] [Seitenspalte] [Seitenende]


Seitenende

Kontakt

Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt a. M. - Fechenheim
Pfortenstraße 4, 60386 Frankfurt am Main, Telefon 069 411420

Springe zu: [Seitenanfang] [Suche] [Navigation] [Hauptinhalt] [Seitenspalte] [Seitenende]