„Wer macht uns Hoffnung“ war das Thema der Nacht der Lichter am Freitag, den 12. November 2010.
Jemand hat mal gesagt, „Hoffnung ist die leuchtende Farbe, mit der wir unseren Kerker ausmalen“
In einem finnischen Lied heißt es:
Wer macht uns Hoffnung, wer baut uns Brücken?
Wer spricht denn das Wort, das erlöst und befreit?
Sprich zu uns, Gott, ein Wort, das bewegt.
Schenke uns; Gott, die Hoffnung, die trägt.
Wer macht uns Hoffnung, wer baut uns Brücken?
Hoffnung ist vermutlich DAS zentrale Wort in der Bibel. Dabei ist Hoffnung etwas anderes als Optimismus. Ein Optimist/eine Optimistin zieht sich hoch an bestimmten konkreten Geschehnissen, von denen er/sie hofft, dass sie schnell eintreten werden, damit alles besser wird. Das ist keineswegs verkehrt, doch ist das nicht zu vergleichen mit der biblischen Hoffnung. Ein Mensch kann Optimist sein, ohne Hoffnung zu haben. Oder anders gesagt: Auch wenn die Dinge schwer fallen und man/frau de tagtäglichen Schwierigkeiten und Aufgabenstellungen überdrüssig ist, kann er/sie Hoffnung haben.
Wer spricht denn das Wort, das erlöst und befreit?
Am Ende des Buches Habakuk schreibt der Prophet:
17 Da wird der Feigenbaum nicht grünen,
und es wird kein Gewächs sein an den Weinstöcken.
Der Ertrag des Ölbaums bleibt aus,
und die Äcker bringen keine Nahrung;
Schafe werden aus den Hürden gerissen,
und in den Ställen werden keine Rinder sein.
18 Aber ich will mich freuen des HERRN
und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.
19 Denn der HERR ist meine Kraft,
er wird meine Füße machen wie Hirschfüße und wird mich über die Höhen führen. (Habakuk 3,17-19)
Sprich zu uns, Gott, ein Wort, das bewegt.
Unsere Hoffnung liegt nicht in der Größe unserer Kirche, nicht in statistisch festgehaltenen möglichst hohen Besucherzahlen, nicht in dem, was wir haben oder was wir tun. Die erste Aufgabe der Kirche ist es nicht, Mitglieder zu werben und zu gewinnen, sondern vielmehr von der Hoffnung kund zu tun, die aus Gott stammt – Fleisch und Blut geworden in Jesus Messias. Das Evangelium, die frohe, hoffnungsvolle Botschaft ist keine Ware, die es mit allen Mitteln und um jeden Preis unter die Leute zu bringen gilt. Die Hoffnung ist Gottes Liebe am Werk in unserem Leben, in unserem Miteinander. Die große Lebensfadheit besteht darin, dass Menschen sich in sich selber erschöpfen, dass eine Gesellschaft, keine andere Idee hat, als sich selber, nichts anderes für heilig und wertvoll hält als sich selber. Da zerrinnt die Hoffnung zwischen den Fingern, die verzweifelt danach greifen wollen, wie wenn Sand aus der Hand zu Boden fällt.
Schenke uns, Gott, die Hoffnung, die trägt.
Ein Gesicht bekommt ein Mensch nicht, indem er sich im Spiegel betrachtet, sondern indem er auf etwas sieht, etwas wahrnimmt, von etwas gebannt ist, was außerhalb seiner selbst ist. Als Christen und Christinnen ist uns das Evangelium in die Wiege gelegt, jene frohmachende Botschaft, die macht, dass wir zum Salz der Erde werden.
Halte uns, Gott, sei du unser Weg. Amen.
Lieve Van den Ameele

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